Jugendstil Mansarddachbau in Schwabing

München, Oberbayern
2026


Bei dem denkmalgeschützten Wohnhaus in der Hohenzollernstraße 116 handelt es sich um einen viergeschossigen, putzgegliederten Jugendstil-Mansarddachbau mit Balkon-Erker-Gruppe und abgewalmtem Zwerchgiebel. Das Gebäude wurde 1909 von Gustav Buschor entworfen.

Es ist Teil der Blockrandbebauung und schließt beidseitig mit Kommunwänden an die Nachbargebäude an. Das Wohnhaus verfügt über ein Tief- und ein Hochparterre sowie drei Obergeschosse. Die erste Dachgeschossebene war bereits bauzeitlich auf etwa halber Fläche zu einer Wohnung ausgebaut; der übrige Bereich diente zunächst als Speicherfläche und wurde Mitte der 1920er Jahre ebenfalls zu Wohnzwecken umgenutzt. Nicht datiert ist der Einbau einer Dachgaube in die Dachfläche des Anbaus. Die zweite Dachgeschossebene ist bis heute unausgebaut. Ein Teil des Kellers wurde vermutlich in den 1990er Jahren als Büro genutzt, zuletzt jedoch nur noch als Lagerfläche.

Ziel der Planung waren die vollständige Erneuerung der Dacheindeckung, der Ausbau des bislang ungenutzten Speichers in der zweiten Dachgeschossebene sowie die tragwerksplanerische Ertüchtigung der Dachkonstruktion und der Decken über der ersten und zweiten Dachgeschossebene.

Zur Erschließung der neuen obersten Wohnung wurde das Treppenhaus erweitert und im Innenhof ein außenliegender Glasaufzug angebaut. In den darunterliegenden, vermieteten Bestandswohnungen wurden die Balkonanlagen erneuert; hofseitig wurde zudem ein zweiter Rettungsweg über eine Notleiteranlage geschaffen.

Die Nutzung der Räume im Tiefparterre wurde neu geordnet und optimiert, sodass hofseitig eine Wohnung mit direktem Zugang zum Garten entstehen konnte. Die hierfür genutzten, zuvor feuchten Kellerflächen wurden teilweise unterfangen und trockengelegt. Im neu gestalteten Innenhof wurden ein Tiefhof für die neue Souterrainwohnung, überdachte Fahrradstellplätze sowie eine kleine Spielfläche eingerichtet. Die historischen Klinkerplatten konnten dabei wiederverwendet werden.

Da die vermieteten Bestandswohnungen teilweise noch mit Öfen und Nachtspeichergeräten ausgestattet waren, wurde im Rahmen der Gesamtmaßnahme die Wärme- und Warmwasserversorgung vollständig auf eine zentrale Anlage umgestellt. Sämtliche baulichen Maßnahmen, einschließlich der Fassadensanierung und der Sanierung des Treppenhauses, erfolgten in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.

Bei der Koordination und Durchführung der Bauarbeiten erwiesen sich die beengten Platzverhältnisse an der Hohenzollernstraße in Schwabing als besondere logistische Herausforderung. Die Straße ist durch eine Trambahntrasse geprägt und zeitweise stark befahren. Der Baukran musste auf einem Portal über der gegenüber dem Gebäude einmündenden Ansbacher Straße aufgeständert werden, um den Müllfahrzeugen jederzeit die Durchfahrt zu ermöglichen. Da der Trambahnverkehr tagsüber nicht eingeschränkt werden durfte, konnten bestimmte Arbeiten nur nachts und mit Sondererlaubnis ausgeführt werden.


Fotografie: Donath Bickel