Fürstenzell, Niederbayern
2014


Ein Teil des zweigeschossigen, ehemaligen klösterlichen Betriebsgebäudes wurde 1994 zum heutigen Kindergarten Arche Noah ausgebaut. Der restliche Gebäudeteil befand sich noch in ursprünglichem Zustand und wurde als Lagerfläche und Künstleratelier genutzt.

Aufgrund der steigenden Nachfrage an Betreuungsplätzen für Krippenkinder wurde es notwendig, die Flächen mit Räumlichkeiten für eine Kinderkrippe zu erweitern und im Zuge dessen den Eingangsbereich des bestehenden Kindergartens umzugestalten.

Der für die Erweiterung zu sanierende Bereich wird sinnvoll vom bereits ausgebauten Kindergarten bis zur nächsten Brandwand festgelegt und umfasst über die beiden Vollgeschosse ca. 270 qm Brutto-Geschossfläche. An der Schnittstelle zum Kindergarten wird ein neues Treppenhaus eingefügt, das zum einen beide Geschosse neu verbindet und zum andern aus brandschutzrechtlicher Sicht die Fluchtwegsituation deutlich verbessert. Direkt angrenzend an das neue Treppenhaus beginnen im Erdgeschoss die Räumlichkeiten der neuen Kinderkrippe mit einem kindgerechten WC- und Wickelraum, dem großzügigen Gruppenraum mit individuell gefertigten Krippenmöbel und einem abtrennbaren Ruheraum. Die neu gewonnene Fläche im Obergeschoss funktioniert als neuer Lager- und Personalbereich und bietet neben einem großzügigem Lager im Wesentlichen Platz für das Personal-WC mit Garderobe, den Wirtschaftsraum, der über die naheliegende Treppe gut an den Krippenbereich im Erdgeschoss angebunden ist, und das neue Büro der Kindergartenleitung.

Durch die Umlegung der bestehenden Räume aus dem Kindergarten (Leitungsbüro und Ruheraum) kann der beengte Eingangsbereich maßvoll umgebaut und vergrößert werden. Hier wird ein großzügiger Garderoben- und Elternwartebereich geplant, hinter dem sich Nebenräume wie die Küche, der Kinderwagenraum und ein rollstuhlgerechtes WC anordnen. In diesem Bereich beschränken sich die Maßnahmen auf den Innenausbau.

Im Bereich der Krippenerweiterung kommen weitgreifendere Maßnahmen zu tragen. Um den allgemeinen Anforderungen gerecht zu werden, werden sämtliche Innenwände und das marode Dach abgebrochen. Auch der Erhalt der bestehenden Preußischen Kappendecke wird unter statischen und gestalterischen Gesichtspunkten als unwirtschaftlich gewertet und daher durch den Einbau einer leistungsstärkeren Stahlbetondecke ersetzt. Bis auf die neuen Treppenhauswände wird der Innenausbau als Trockenbau geplant. Die denkmalgeschützte Südfassade wird in ihrem strengen Raster ohne Störung weiter geführt. Hierzu müssen lediglich die vorhandenen Öffnungen angepasst werden. Die Fassadenordnung der Südseite wird auf die Nordfassade übertragen und ermöglicht in Richtung des Klostergartens die Belichtung der neuen Räume in Erd- und Obergeschoss. Für diese Maßnahme sind vor allem im Obergeschoss Durchbrüche in der Außenwand erforderlich.


Fotografie
Eva Donath